Nach dem letztwöchigen Auswärtssieg bei den Red Wings in St. Georgen musste der FCW auch an diesem Wochende die lichten Höhen von Prebl verlassen und sich in die weiten Ebenen des unteren Lavanttales hinab begeben. Der FC Laola – oder einfach nur Laola (keine Ahnung, wie der korrekte Titel dieser Truppe lautet) war der nächste Herausforderer, den es zu besiegen galt. Rund 50 % dieser Mannschaft kennen wir nur allzugut, da diese Spieler in den letzten zwei Jahren zu den Stammkraften des FCWs zählten, sich aber aufgrund ein paar kleinerer Unstimmigkeiten im Frühjahr abspalteten und einen eigenen Verein gründeten – jeder wie er meint
. Aus diesem Grund haben wohl beide Teams dieser Begegnung besondere Bedeutung zugemessen.
Bereits im Vorfeld gab es wieder die üblichen Unstimmigkeiten, denn der FCW wollte wegen akuter Spielerknappheit (the Hammer weilt lieber in Venedig, als mit uns Fußbal zu spielen
) das Spiel von Samstag auf Sonntag verschieben. Der Manager von Laola dürfte jedoch noch nie etwas vom alten Sprichwort „quid pro quo – eine Hand wäscht die andere“ gehört haben, denn ansonsten wäre er uns beim Spieltermin etwas entgegen gekommen, denn schlussendlich geht’s ja hauptsächlich ums Fußballspielen – sei’s drum. Für den FCW war natürlich klar – 3 Punkte müssen her, egal mit welcher Besetzung. Die erste Schwierigkeit tat sich für die Spieler jedoch schon während der weiten Anreise auf. Die letzten Kilometer zum „Stadion“ mussten wir durch irgendwelche dichten Wälder und auf Schotterpisten (wäre eher etwas für Sebastian Loeb gewesen) zurücklegen. Für uns vom Berg prinzipiell kein Problem, doch anstatt eines Fußballplatzes glaubte ich, dass jederzeit ein Irrer mit Motorsäge á la „The Texas Chainsaw Massacre“ hinter der nächsten Kurve auftauchen könnte.
Doch schlussendlich erreichte ich mit meinem tapferen Beifahrer Flo aka. Klitschko den Platz – ohne von einem Irren mit Motorsäge angefallen zu werden. Schleunigst wurden die Dressen angezogen und nach einer kurzen Aufwärmrunde versuchte Coach Gerry uns auf das Spiel einzustimmen und uns zu motivieren – es bedurfte nicht viel an Motivation, denn diese war reichlich vorhanden. Kollmann Willi pfiff die Partie an und der FCW startete stark aus einer sicheren Defensive heraus. Die ersten Chancen wurden herausgespielt und etwas leichtfertig vergeben, ehe unser Bundesheer-Bomber Serkan Aslan nach schönem Doppelpass mit Rebernig Marko auf 1:0 stellte – Serkan trifft definitiv besser und mehr als eine komplette Bundesheerkompanie. Nach dem erlösenden Führungstreffer versuchte der FCW weiterhin Druck zu machen. Im Minutentakt wurden Chancen herausgespielt, doch Pichler Wolfi (nicht umsonst als Sicherheitsanker bekannt) und das eigene Unvermögen vor dem Tor verhinderten eine höhere Führung. Knapp vor dem Pausenpfiff war es dann Celal Günel, der einen Abpraller aus rund 10 Metern unhaltbar ins Kreuzeck knallte und den Pausenstand von 2:0 herstellte. Da wir ein recht „professioneller“ Hobbyverein sind wurde auf das obligatorische Pausenbier bzw. die Pausenzigarette verzichtet, um fit für die zweiten 30 Minuten zu sein. Lediglich unser Flo dürfte mit dieser Regelung nicht ganz glücklich sein – wie gut hätte ein kaltes Bier getan an diesem doch recht heißen Herbsttag.
Coach Gerry gab noch schnell die Devise aus „hinten sicher stehen, denn der Gegner wird alles versuchen“ und voll Elan ging es in die zweite Hälfte. Der Gegner versuchte alles, agierte jedoch häufig recht glücklos. Nicht glücklos, sondern eiskalt vor dem Tor war der FCW. Nach zwei schönen Spielzügen stellte Rebernig Marko auf 3 und wenig später auf 4:0. An dieser Stelle machten sich die ersten Auflösungserscheinungen bei unserem Gegner bemerkbar.
Doch dann kam der Höhepunkt dieser grandiosen Begegnung: Ein Steilpass in Richtung Spitze – Florian Scharf sprintet los, gewinnt den Zweikampf gegen Joham Walter (dieser fand im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe statt) und versenkt die Kugel unhalbar im kurzen Eck – 5:0. Danach durfte ich noch einmal zeigen, dass ich zur Zeit nicht einmal das Stadeltor vom Weber Wolfi treffen würde: Celal Günel tankte sich durch, legte quer und ich schaffte es den Ball aus 2 Metern rund 5 Meter über das Tor zu knallen. Bin mir nicht sicher, ob so etwas physikalisch überhaupt möglich ist, aber man kann die Schuld ja noch immer auf die rübenackerähnlichen Platzverhältnisse schieben
.
Danach wurde der FCW etwas zu fahrlässig mit den eigenen Chancen und aus einem schnellen Konter und einem Freistoß gelangen dem FC Laola zwei Ehrentore. Egal, denn wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt eine ansprechende Leistung abgeliefert. Mit diesem Sieg bleibt der zweite Platz für den FCW weiterhin in Reichweite. Die letzten Spiele müssen wir jedoch unbedingt gewinnen um dieses verbleibende Ziel zu erreichen.
Für unsere Fans: nächsten Sonntag steigt die Heimpartie gegen Schneeweiß Betlehem (sofern sie dieses Jahr nach Prebl kommen – wäre, soweit ich mich erinnern kann, das erste mal seit 3 oder 4 Jahren) – Anpfiff ist vorraussichtlich um 17:00 Uhr.
Ambi